Paul probiert: Bier stacheln

Erfunden haben diese Art der Veredlung die Schmiede in alter Zeit. Wenn im Winter das Bier zu kalt wurde, stachen sie mit einem heiß glühenden Eisenstab hinein ins eisige Hopfengetränk - und ein optisches und ein geschmackliches Erlebnis ganz außergewöhnlicher Natur folgten.

Episode hier direkt hören


In alten Schmieden wurde das Bierstacheln erfunden - gegen allzu kaltes Bier
In alten Schmieden wurde das Bierstacheln erfunden - gegen allzu kaltes Bier


 

Fürs Bierstacheln braucht der Genießer vier Dinge:

 

- eiserner Bierstachel (Paul probiert in dieser Podcast-Episode den Selbstbau ... oder Ihr kauft HIER oder HIER

- Hand-Gasbrenner für drinnen (draußen klappt es mit Holzkohle)

- Bier (dunkles, kräftiges - oder wie Ihr wollt)

- kleines Glas, Bierkelch 0,2 l (oder Weißweinglas)

 

Entweder kauft Ihr Euch einen fertigen Bierstachel - oder ihr probiert wie Paul den Selbstbau. Mit einem Holzgriff (Holz-Feilenheft, unter 3 Euro im Baumarkt) und mit einem 25 cm langen Eisennagel, ca. 8 mm stark (40 Cent). In den Griff ein Loch bohren, so dass der Nagel (mit der Spitze nach vorn) reinpasst und gut hält, er darf nicht wackeln und rausfallen. Die Seite mit dem platten Nagelkopf ist die Stachelspitze, der platte Kopf bildet die Kuppe, die später über dem Gasbrenner zur Rotglut gebracht wird. dauert 2 - 3 Minuten.

 

Vor dem Erhitzen des Stachels das kühlschrankkalte Bier (6 Grad) ins Glas einschenken. Achtung: ein 0,2 l Glas (Bierkelch oder Weinglas) nur zur Hälfte füllen, warten bis die natürliche Schaumkrone etwas zusammengefallen ist.

 

Jetzt den Bierstachel erhitzen, wenn der Nagelkopf bzw. die Stachelspitze rot glüht (dauert 2 - 3 Minuten) das heiße Eisen vorsichtig in das Bier tauchen, fast bis zum Boden - stacheln. Jetzt moussiert das Bier, schäumt auf - es zischt.

 

Stachel vorsichtig beiseite räumen - und jetzt das Stachelbier zügig verzehren, der Schaum ist warm, das Bier noch angenehm kühl - ein tolles Erlebnis. Und je nach Biersorte (probiert dunkles Bockbier oder Doppelbock) hat auch der Geschmack sein ganz außergewöhnliches und einmaliges Stachelaroma. Paul probiert sagt: Prosit! 

 

  

Gestacheltes Bier schäumt nochmal auf - die Krone warm, das Bier kühl, ein besonderer Genuss
Gestacheltes Bier schäumt nochmal auf - die Krone warm, das Bier kühl, ein besonderer Genuss